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für die Presse

Pressematerial

von der Presse

Überwältigende Bilder: Ballett Hagen tanzt auf Glasscherben
Tanz in Zeiten der Krise
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Publikum feiert in Hagen Tanztheater über Frida Kahlo
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Ballett Hagen zeigt hochvirtuose Tanzkunst
Drei Gesichter zeitgenössischen Tanzes
WDR 3 Mosaik - "Cinderella" zur Musik von Prokofjew im Theater Hagen
VERITABLER TANZ-ENTERTAINER
Am Theater Hagen reist Cinderella funkelnd zum großen Ball
Ballett Hagen zeigt furiose Tanzkunst
HERZENSANGELEGENHEIT
Cinderellas Stiefmutter ist ein Hüne
Ricardo Fernando vertanzt Musik der Rolling Stones in Hagen
ERINNERUNGSSTÜCK - Kalender der Ballettfreunde Hagen - tanznetz.de
Vier Jahreszeiten - Der ewige Tanz von Wind und Hitze
Tanzlabor II - Sechs Tänzer wechseln die Seiten
Tanzquartett - Applaus für emotionales Tanzquartett
Tanzquartett - Plädoyer für das Drei-Sparten-Theater
Ein Kalender, der so richtig zur Sache kommt
Tanz in drei Sätzen - Gar nicht Proviziell
Tanzfestival 2015
Tanzpreisverleihung in Essen am 28.3.2015
Hagener Tänzer zwischen Luftgitarre und Klammerblues
Ein Lob den Legenden und Kämpfern gegen den Sparkurs
Deutscher Tanzpreis für Hagens Ballettdirektor Fernando
Tanz in 3 Sätzen
Kühner Spagat
Synthese von gestern und heute
Der Schrank der Georgi - ein Tanz im multimedialen Raum
The Theatre of Hagen became Terra Brasilis
Terra brasilis - Die Gezeiten getanzter Leidenschaft
Drei Brasilianer in Hagen
„Dance Celebration“ am Theater Hagen - Wenn aus Musik Bewegung wird
EINE GALA BESONDERER ART - tanznetz.de 20.10.2013
Tanz-Trilogie: ruhrnachrichten.de 25.03.2013
Tanz-Trilogie: derwesten.de 24.03.2013
Hagener Ballett bei Weihnachtsaktionen im Stress 28.11.2012
Der Nussknacker, RuhrNachrichten 21.10.2012
Der Nussknacker: WAZ 21.10.2012
Dornröschen: ruhrnachrichten.de 28.05.2012
Dornröschen
tanznetz.de 04.03.2012: Großartige Tanzminiaturen
Ein Festspiel aus Klang und Anmut: derwesten.de 26.02.2012
DanceEurope
WDR 5 Scala, 24.10.2011, „shortcuts“
WDR 3 Mosaik, 24.10.2011, „Shortcuts“
Betörende Bilder eines grandiosen Kollektivs: WP 23.10.2011
Leserbrief - WP 23.10.2011 - Aids Gala
Online Musik Magazin zum Ballettabend
WP/WR 11.10.2011, Tänzerische Gala auf Zehenspitzen
Aidsgala tanznetz.de 01.10.2011

WDR 5 Scala, 24.10.2011, „shortcuts“

Ulrike Burgwinkel über die Hagener Premiere mit dem Titel „Shortcuts“

Das Theater Hagen feiert in dieser Spielzeit sein lO0jähriges Bestehen. Es wird trotz aku­ten Geldmangels gefeiert mit ganz besonderen Aufführungs-Leckerbissen. Zum Spiel­zeitauftakt im Ballett ist es dem Hausherrn Ricardo Fernando gelungen, den berühmten niederländischen Choreographen Nils Christe ans Haus zu holen, um ein Stück zu erarbei­ten nach Henryk Goreckis (Goretzki) „Requiem für eine Polka“. Fernando selbst steuert den ersten und dritten Teil des Ballettabends bei, nutzt ebenfalls Musik des polnischen Zeitgenossen und in „Drumming and Voices“, also Schlagwerk und Stimme, eine Collage verschiedener Komponisten.

„Shortcuts“, so heißt ein hochgelobter Episodenfilm des 2006 verstorbenen amerikani­schen Regisseurs Robert Altman und als „shortcuts“, Abkürzungen, bezeichnet man auch eine bestimmte Tastaturbelegung auf dem PC.

Mit letzterem hat der dreiteilige Hagener Ballettabend nichts zu tun, naheliegend die Ge­meinsamkeit mit dem Film: Beziehungen, tänzerisch als Solo, Duo, Trio, Quartett und En­semble darstellbar, die scheinbar unabhängig voneinander ablaufen und doch durch ein hintergründiges Konzept miteinander verbunden sind.

Zudem drängt sich eine weitere amerikanisch inspirierte Assoziation auf: wie ein Sandwich ist der Abend gebaut: den appetitanregenden Anfang macht Hausherr Ricardo Fernando, den reichhaltigen Mittelteil steuert der niederländische Choreogaph Nils Christe bei und das meist nicht so ergiebige untere Stücklein wieder Fernando.

Fernandos „Präludium zu einem Requiem“ beginnt mit Aufblende, Abblende: die Tänzer an einem Podest, einer Sprossenwand, einer Tür: sekundenkurz zu sehen und schon wieder verschwunden. Diese Momentaufnahmen weiten sich aus zu Bewegungsstudien: absolut musiksynchron, daher auch oft repetitiv, mitunter eher depressiv wie unter einer Last ge­beugt, dann flirrend wie elektrisiert in schnellen Tempo, verharrend in der Stille.
Erstaunlich.

Das als „Highlight“ angekündigte Stück des Niederländers Nils Christe, die Einstudierung des „Kleinen Requiems“ nach Gorecki, ist auch tatsächlich eines. Das zentrale Bühnenmö­bel: eine drehbare Bank mit Unterschlupfmöglichkeiten, drauf, drunter, drüber, daneben spielen sich die Menschengeschichten ab. Ein fast zeitlupenhaftes, zärtliches Duo wird ge­folgt von einem expressiven Solo mit den typisch geflexten Füßen, in Bodennähe und vol­ler Erdhaftigkeit: ungrazile Bewegungen voller Wucht. Oder alle 7 Tänzer springen im Do­minoeffekt über die Bank, nutzen sie als Lagefläche fürs Knie anwinkeln oder zur Bauch­presse oder wie einen Tisch mit den Ellenbogen zum Abstützen und fuchteln ungeheuer präzise aufeinander abgestimmt mit Armen und Händen. Der ruhige melancholische Schluss schließt den Kreis zum Anfang.
Ergreifend.

„Voices and Drumming“ schließt den Abend, und das wäre so nicht nötig gewesen. Nach den beiden Gorecki-Requien und den überaus stimmigen Choreographien braucht das Publikum Zeit zum Atmen, zum Durchatmen auch.
Da muss man keins mehr drauf setzen.