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Dornröschen

Theater Hagen interpretiert Ballett „Dornröschen“ neu

28.05.2012 | 17:34 Uhr

Das Theater Hagen zeigt Tschaikowskis berühmtes Ballett „Dornröschen“ jetzt als betörend virtuos getanztes Märchen, bei dem das Ensemble die Grenzen der Schwerkraft regelrecht überwindet. Das Publikum feiert die Choreographie von Ricardo Fernando mit lang anhaltendem Beifall im Stehen.

Aurora fliegt ihrem Traumprinzen geradezu in die Arme, nicht einmal, nein, immer wieder. Das Theater Hagen zeigt Tschaikowskis berühmtes Ballett „Dornröschen“ jetzt als betörend virtuos getanztes Märchen, bei dem das Ensemble die Grenzen der Schwerkraft regelrecht überwindet. Das Publikum feiert die Choreographie von Ricardo Fernando mit lang anhaltendem Beifall im Stehen.

„Dornröschen (reloaded)“, so lautet der Titel der Choreographie, weil Ricardo Fernando mit seiner zusammengesparten Compagnie personell gar kein opulentes Handlungsballett mehr realisieren kann. Also hat man Gäste eingeladen sowie eine Bearbeitung mit Strichen und Umstellungen entwickelt.

Das Original-Tschaikowski-Dornröschen basiert auf der französischen Variante des Märchens, die sich von der in Deutschland bekannten der Brüder Grimm in einigen Punkten unterscheidet. Ricardo Fernando interpretiert die Handlung nun neu: Statt hundert Jahre zu schlafen, wird Aurora von der dunklen Königin in deren Reich entführt. Erzählt wird die Geschichte zweier Prominenten-Familien, deren Mütter im eifersüchtigen Clinch liegen, während die Kinder sich ineinander verlieben, obwohl sie nur eine Zweckehe eingehen sollen. Ausstatter Dorin Gal hat dazu eine schlichte schräge Bühne und wirklich zauberhafte Kostüme entworfen.

Marcelo Moraes tanzt Carabosse, die dunkle Königin, als ebenso böse wie sadistische Gestalt im schwarzen Transvestiten-Lederanzug mit Federrock. Das dunkle Reich ist eine Alptraum-Welt, bevölkert von wurmartigen behaarten Kreaturen. Dass diese sich sogar an Seilen hängend schlängeln, belegt den hohen Anspruch, mit dem die ganze Truppe diese Produktion angeht.

Stilisierte Hoftänze am Anfang und zum glücklichen Finale schaffen einen festlichen Rahmen, für die Walzer findet Ricardo Fernando ansprechende Wiege- und ­Hebefiguren.

Lara Lioi ist der Inbegriff aller Feen und hüpft mit sprühenden Sprüngen als lebhaft-kecke Patin auf die Bühne. Yoko Furihata ist eine eigensinnige Prinzessin Aurora, die sich von den nicht immer geschmackssicheren Avancen ihrer Freier trotzig abwendet, bis sie in Desiré den Wunschmann erkennt. Die junge Japanerin zeigt eine überwältigende Leistung mit einer Vielzahl an Ausdrucksmöglichkeiten im „Rosen-Adagio“ und eben ihren unwirklich hohen Sprüngen in den Pas de deux mit dem Prinzen und dem blauen Vogel.

Ricardo Fernando legt das romantischste aller Ballette mit vielen komischen und grotesken Wendungen an, etwa, wenn Prinz Desiré zu seiner Mutter läuft, damit die helfend in seine Werbung um Aurora eingreift, oder wenn die beiden Königinnen (Hayley Macri als helle Majestät) ihre Rivalität gegeneinander ausspielen. Huy Tien Tran ist ein überaus charmanter Prinz, der ebenso wie die ganze Compagnie im Sinne des Wortes tänzerische Spitzenleistungen bringt. André Baeta ist ein blauer Vogel voller poetisch-fließender Dynamik.

Die dunkle Königin verkörpert nicht nur das Böse, sie stört zudem die Paarsymmetrie der Figuren und entschwindet am Ende als Gefangene kreischend in einem Käfig im Bühnenhimmel. So kann der dunkle König (Matthew Williams) endlich der hübschen Patin seinen Arm reichen.

Ricardo Fernando hat ein reiches Vokabular an Bewegungen entwickelt, das klassische Elemente bis zum Spitzentanz ebenso verwendet wie Akrobatik. Die Sprünge und Hebefiguren sind verblüffend, ebenso die Pas de deux, am beseeltesten von allen natürlich der Liebestanz der beiden Königskinder. Die Hagener Philharmoniker genießen Tschaikowskis wunderbare Partitur voller Freude, und Kapellmeister Steffen Müller-Gabriel lässt es aus dem Graben in reichen Farben leuchten. Gerade die vielen delikat musizierten Instrumental-Soli korrespondieren traumverloren schön zu den entsprechenden Szenen der Tänzer auf der Bühne.